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Autor Thema: Weltlage des Terrors - Kommentar  (Gelesen 4844 mal)
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Holger
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« Antworten #30 am: 22. November 2006, 14:06:33 »

Die Welt - Sind sie ein Sicherheitsrisiko

http://www.welt.de/data/2006/09/11/1032270.html
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Duke o´Cord
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« Antworten #31 am: 02. Mai 2007, 02:26:19 »

Hatten wir das nicht schon einmal. Ich kann sagen, dass ich unter gewissen Umständen, durch die Beantwortung der Fragen, zu einem Sicherheitsrisiko werde. Selbst wenn ich in der restlichen Zeit viel zu gemütlich bin, um irgendjemandens Sicherheit zu riskieren.
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Holger
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« Antworten #32 am: 14. September 2009, 14:56:18 »

<a href="http://www.youtube.com/v/vRijqi3lABw" target="_blank">http://www.youtube.com/v/vRijqi3lABw</a>

...
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Qumran
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« Antworten #33 am: 16. September 2009, 14:59:47 »

"...Ein Hauptkennzeichen der Verschwörungsfans ist ihr inbrünstiger und geradezu grotesker Glaube an die amerikanische Effizienz. Viele von ihnen gehen von der rassistischen Prämisse aus, dass zu einer solchen Tat “Araber in Höhlen” ohnehin nicht fähig seien. Sie glauben auch, dass militärische Systeme genau so funktionieren, wie es die Pressefritzen des Pentagon und die Verkaufsmanager der Luftfahrtindustrie dem Publikum weismachen wollen. (…) Diese Leute haben offenbar keine Militärgeschichte studiert. Sonst wüssten sie, dass minutiös geplante Operationen - erst recht standardisierte Reaktionen auf einen Notfall - mit schöner Regelmäßigkeit in die Hosegehen, und zwar aufgrund von Dummheit, Feigheit, Bestechlichkeit oder auch nur als Folge eines Wetterwechsels..."

(c) LeMonde
http://mondediplo.com/2006/12/02conspiracy


Mal abgesehen von der Tatsache, daß nur die eine, gewünschte, argumentative Seite in dieser autistischen Doku zu Wort kommt, abgesehen davon, daß Herr Osama selbst in einem seiner gruseligen Videos ein Geständnis ablegt, und abgesehen davon, daß manche Mitmenschen im Zweifel und bei Uneindeutigkeiten von Argumenten immer der Tyrannei und dem Terror ihren Glauben schenken, so meine ich, ganz bescheiden, daß der ORF abgeschafft gehört. Gibt es etwas pietätloseres, etwas zynischeres im bösesten Sinne, als um den Gedenktag herum, der wahrscheinlich größten Katastrophe, die Amerika je erlebt hat, skurilen, italienischen Verschwörungstheoretikern das Wort für ganze zwei Stunden zu überlassen? Während zeitgleich Präsident Obama in den USA eine Trauerrede zum Tode von 3000 ermordeten Menschen hält?

Was erfährt der Herr/Frau Österreicher aus dem Volksempfänger über das Ereignis in der ZIB? Was ist weniger als nichts? Ja genau, gar nix.

http://ondemand.orf.at/news/player.php?id=zib&day=2009-09-11

Und wer denkt, es sei etwa die Zeitverschiebung Schuld an der Nicht-Meldung, den erwartet am nächsten Tag ein ganz besonderes News-Schmankerl... ja, was? Eh kloa, wie wir Österreicher sagen: Eine der Top Meldungen: "Der Schuhwerfer von Bagdad kommt frei". Wie schön. 9/11, nie gehört auch am 12.11.2009:

http://ondemand.orf.at/news/player.php?id=zib&day=2009-09-12

Im Geiste sind die Kinder der Nazis immer noch im Krieg mit den USA. Ich bin geneigt bei unerhörten Behauptungen zuzuhören, aber nur, wenn auch unerhörte Beweise mitgeliefert werden. Diese fehlen aber meistens. Wie nennt man dann sowas auf gut, alt Amerikanisch? Man nennt das "bullshit".

http://www.ulanlog.at/911-paranoia-im-orf/

http://www.counterpunch.org/ninelevenconsp11252006.html
« Letzte Änderung: 16. September 2009, 22:51:20 von Qumran » Gespeichert

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« Antworten #34 am: 06. November 2009, 11:13:37 »

Das Zeigen eines solch seltsamen Filmchens mag überflüssig oder geschmacklos sein, allerdings glaube ich nicht, dass radikale Antworten, wie die Abschaffung des ORF, angebracht wären. Sie haben "bullshit" gezeit, aber im TV läuft zu 90% Bullshit. Ob dieser Mensch die Opfer damit beleidigte, indem er die Frage nach den Tätern neu stellt, weiß ich nicht. Klar ist, dass viele Verschwörungstheoretiker mit ihren Marketing-Projekten Ängste auslösen können und damit Geld verdienen. Das ist falsch, ungerecht und übel: Aber man müsste schon den Großteil der Werbebranche und sämtlicher öffentlicher Medien abschaffen, wenn man eine solche Vorgehensweise bestrafen wollte - nicht zu vergessen, die meisten politischen Parteien, die allesamt von der Angst vom jeweiligen politischen Gegner leben.

In einem Blog, auf den du verlinkst, steht geschrieben, dass man mit Verschwörungstheoretikern nicht argumentieren könne. Ich bin anderer Meinung: Man darf niemals aus Ungeduld, Langeweile oder Müdigkeit den Dialog mit solchen Subjekten aufgeben, denn es hieße gleichsam freiwillig die Stimme der Vernunft zum Verstummen bringen und den Demagogen und Prahlhansen den geistigen Raum überlassen. Der ORF hätte also vielmehr eine Dokumentation über solcherart Dokumentationen verfassen müssen...aber shit happens.

Abgesehen davon finde ich es nicht bedenklich, dass das österreichische Staatsfernsehen nur wenig zu den Gedenkfeiern in den USA berichtet. Es war eine amerikanische Katastrophe und die eigentliche Katastrophe für  die Welt entstand durch die Reaktion der damaligen US-Regierung, auf diesen furchtbaren Anschlag. Furcht und Rachsucht sind schlechte Berater. Immerhin starben weit mehr Zivilisten in Folge der Vergeltungskriege gegen die vermeintliche Brutstätte des Terrors, auch wenn es "nur" IrakerInnen und Afghanen und Afghaninnen waren, als bei den Anschlägen. Die wahre Katastrophe ist also die Finsternis, in die der Terroranschlag von 9/11 die amerikansiche Volkseele warf und die das Leid, das ihr widerfuhr, durch den Hass auf die Täter, potenzierte. Darüber sollte man einmal eine Filmbericht machen.
« Letzte Änderung: 08. November 2009, 20:28:24 von Duke o´Cord » Gespeichert

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« Antworten #35 am: 08. November 2009, 19:37:37 »

"...Abgesehen davon finde ich es nicht bedenklich, dass das österreichischeStaatsfernsehen nur wenig zu den Gedenkfeiern in den USA berichtet. Es war eine amerikanische Katastrophe und die eigentliche Katastrophefür die Welt entstand durch die Reaktion der damaligen US-Regierung,auf diesen furchtbaren Anschlag..."


In vielen vergangenen Postings hatte ich bereits Schwierigkeiten mit der Postion der Relativierung des Anschlags von 9/11. Die Position, die im oben zitierten Satz zum Ausdruck kommt, entspricht genau dieser Verniedlichung. In diesem Geiste wird natürlich meine Auffassung unmöglich zu verstehen.

Ich gehe etwa davon aus, daß 9/11 der Weltwirtschaft ungefähr 70% des Kapitalvermögens kostete, wenn man die verlorenen Wertsteigerungen der Folgejahre mit hineinrechnet. Dies wird ablesbar durch den Absturz der Börsenindizes weltweit.
http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F341031.html

Dieses Börsekapitalvermögen, an dem natürlich auch heimische Firmen Anteil hatten, wäre die Basis für Firmeninvestitionen gewesen, was nicht nur Arbeitsplätze geschaffen hätte, sondern auch Steuermehreinnahmen lukriert hätte. Vielleicht wäre die derzeitige "Bankenkrise" dadurch noch verhindert werden können. Wer weiß?

Von einer amerikanischen Katastrophe zu sprechen ist allein schon deshalb sehr gewagt. Daraufhin jedoch das Opfer-Täter-Verhältnis diametral umzukehren, indem die Reaktion Amerikas, rational oder nicht, gut oder schlecht, als tatsächlich problematisch hingestellt wird, grenzt für mich an Mutwilligkeit, der womöglich ein anderes Motiv zu Grunde liegen mag, als die Absicht zur Aufklärung der dramatischen Geschehnisse vor 8 Jahren zu dienen.

Dem Krieg in Afghanistan ging noch dazu ein gemeinsamer UNO-Beschluß voraus, womit die "Amerikathese" wohl endgültig widerlegt sein sollte.

Ich glaube, daß ich mit meiner Position eine Minderheitenposition einnehme. Wir in Österreich neigen leider grundsätzlich dazu, nur die Amis pauschal in eine Schublade zu stecken, nämlich in die "böse". Gleichzeitig verbieten es sich die "Amerikakritiker" die islamistische Gegen-Front als Ganzes zu schubladisieren. Ein inhaltlicher Widerspruch, der sich nur mit tendenziösen, ideologischen Motiven der Wortführer erklären läßt, denn auch die Programmgestalter des ORF sind genau das Gegenteil von dumm oder ungebildet.
« Letzte Änderung: 08. November 2009, 22:41:00 von Qumran » Gespeichert

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« Antworten #36 am: 08. November 2009, 20:48:05 »

Da haben wir auch wieder unser altes Missverständnis. Ich habe mich wahrscheinlich in der Knappheit meines Schreibens unmissverständlich ausgedrückt.

Ich habe nichts dagegen, wenn der ORF einen groß angelegten Bericht über die 9/11-Gedenkfeier sendet, vielleicht sogar eine Live-Übertragung der Reden. Aber es wundert mich nicht, wenn er es nicht tut, denn es liegt nicht in seinem Verantwortungsbereich, betrifft nicht seine Zielgruppe und dürfte ihm auch keine guten Einschaltquoten bringen.

Die Opferrolle der USA habe ich nie abgestritten, sondern bestätigt. Der Anschlag geschah in kürzester Zeit, überraschte und brachte viel Schrecken und Leid. Das ist unbestritten. Aber schlimmer in seinen Auswirkungen waren die auf ihn folgenden Reaktionen, die Politik der Angst und des Gegenterrors, sowohl für die dadurch kriegsversehrten Völker, als auch für die USA selbst. Insofern gibt es durch diesen Anschlag, aber auch durch die Reaktionen auf ihn, keine Gewinner - das wollte ich klar stellen und über diese Zusammenhänge würde ich mir eine Doku wünschen. Ich relativiere also nicht, sonder setzte die Opfer der Anschläge und seiner Folgen gleich(wertig).


Der Anschlag war traurig, und mir tun seine Opfer immer noch sehr leid, aber die Trauerarbeit kann man nicht der gesamten Welt überantworten: Die Trauer über die weiteren Folgen durchaus. Genauso wenig gedenke ich jedem ETA-Anschlag in Spanien oder den jährlichen Opfern des Tabakkonsums oder den Opfern des Irakkrieges - denn das wäre mir an Gedenkfeierei wahrlich zuviel, was nicht heißt, dass ich ein Problem damit habe, wenn man darüber berichten würde, wie die unmittelbar betroffenen gedenken.
« Letzte Änderung: 08. November 2009, 20:58:56 von Duke o´Cord » Gespeichert

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« Antworten #37 am: 08. November 2009, 22:06:42 »

Ich meine dein Posting war eindeutig: "...und die eigentliche Katastrophe für die Welt entstand durch die Reaktion der damaligen US-Regierung,auf diesen furchtbaren Anschlag..."

Ist ja kein Verbrechen, wenn man so denkt! Ist ja nix, wofür man sich in Österreich schämen müßte. Ganz im Gegenteil. Dieses Zitat spiegelt die Mehrheitsmeinung gut wider. Jede andere Meinung wird öffentlich mit Wut und Inbrunst rhetorisch attackiert. Man wird an den Pranger gestellt. Und als "Amerikafreund" verspottet. Das muß man aber aushalten, wenn man gegen den Strom schwimmt.

Defintiv irrational wird die Sache erst, wenn man bedenkt, daß wir - ja, das liebe Österreich - Teil der NATO in Afghanistan sind. Ja, wir, die "Neutralen" kämpfen mit derzeit 3 (!) Stabsoffizieren im Rahmen der ISAF gegen die Taliban...

Zum ORF fällt mir nicht mehr viel ein, denn ich glaubte gute Argumente gebracht zu haben. Vor allem auch deshalb, weil wir, "solidarisch", österreichische Soldaten im Kampf gegen den Terror nach Afghanistan schicken. Was sagt der ORF? Naja, eigentlich nix, oder? Der ORF gehört nicht gehört. Er gehört abgeschafft!

http://de.wikipedia.org/wiki/ISAF


Ein weiteres Zitat:

"...Insofern gibt es durch diesen Anschlag, aber auch durch die Reaktionenauf ihn, keine Gewinner - das wollte ich klar stellen und über dieseZusammenhänge würde ich mir eine Doku wünschen. Ich relativiere also nicht, sondern setzte die Opfer der Anschläge und seiner Folgen gleich(wertig)..."


Für mich ein furchtbarer Satz. Auf der einen Seite ein erklärter kriegerischer Angriff, mit klaren Fronten und Genfer Konvention. In Afghanistan sogar mit UNO-Auftrag und häheren Motiven (inkl. österreichischen Soldaten im Rahmen der ISAF)! Auf der anderen Seite ein hinterhältiger, gemeiner Meuchelmord mit niederen Motiven. Ich könnte soetwas nie gleich-wertig-setzen. Aber... wie gesagt, in Österreich denken seit 1945 fast alle Menschen so wie im Zitat. Immer soll alles und jeder irgendwie dasselbe sein. Gleichmacherei. Absurd.
Eine Welt ohne Opfer gab es nie, gibt es nicht und wird es nie geben. Was es aber immer gab und gibt: verwerfliche oder hähere Motive. Und die Hoffnung, daß man selbst nicht Opfer der vermeintlich Mächtigen wird.

http://www.juraforum.de/lexikon/Mordmerkmale
« Letzte Änderung: 09. November 2009, 01:15:37 von Qumran » Gespeichert

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« Antworten #38 am: 10. November 2009, 20:03:42 »

Wenn der Großteil der ÖsterreicherInnen dächte, dass die Leben der Opfer des 09/11 und die zivilen Opfer der Vergeltungskriege, gleichtwertig sind, dann wäre ich froh. Ich glaube, lieber Quamran, du befindest dich näher am Mainstream, als die recht ist: Denn ich bezweifle, dass der Großteil der ÖsterreicherInnen westliches, also US-amerikanisches Menschenleben geringer schätzt, als afghanisches Menschenleben. Der Rassismus und die Vorurteile im Alltag dieses Landes zeigen, dass man hierzulande Muslime, Dunkelhäutige und vor allem Arme sehr gering geschätzt werden. Aber ich lobe dennoch deinen Optimismus.

Ja, Österreich ist bei der NATO, wenn es auch kein permanentes Mitglied ist. Aber neben allen juristischen Definitionen, Verträgen und Ansichten zählt für mich eine simple philosophische Ansicht, die ich gewiss nicht mit den meisten Landsleuten teile: Der Täter ist immer auch selbst Opfer, und Opfer werden rasch zu Tätern. Ich glaube außerdem, dass das töten von Unschuldigen ungerecht ist und für unschuldig halte ich die Amerikaner ebenso, wie die Afghanen, mit Ausnahme jeweiliger Minderheiten.
Du wirft mir aus irgendeinem Grund vor, dass ich den NATO-Angriff und den Terroranschlag gleich bewerte: Das ist falsch, vor allem juristisch kenne ich die Unterschiede: Aber die Opfer sind qualitativ gleichwertig, sowohl die zivilen, als auch die Täter, die Zivilisten auf beiden Seiten töten - egal ob du sie Terroropfer oder Kollateralschäden nennst, es sind in jedem Fall gewaltsam getötete Zivilisten. Und quantitativ haben die Terroristenjäger die meisten zivilen Opfer verschuldet - diesen Vorwurf müssen sie sich gefallen lassen - und mit "zivil" meine ich nicht Terroristen oder Taliban, denn auch in den abstrusesten Umdefinierungen von Menschenleben, gelten diese als militärische Ziele.

Ob ein unschuldiger Zivilist in den USA von einem Kamikazeangriff, oder ein unschuldiger Zivilist in Afghanistan von einer Fliegerbombe getötet wird, ist mir gleich - beide sind Opfer willkürlicher Attacken. Und hinter beiden stecken Täter, natürlich mit unterschiedlichen Motiven, aber das ist den Opfern vermutlich auch egal, denn es ändert nichts an der Tat - die ist immer unentschuldbar wenn unbeteiligte, unschuldige Zivilisten (keine Terroristen, kein Militär) getötet werden.

Was noch wichtig ist: Wenn ich mich kritisch gegenüber der USA äußere, dann deshalb, weil mir dieser Staaten-Staat wichtiger ist, als das korrupte afghanische Kaff. Ich bin ein Amerikafreund, deshalb ist mir wichtig, dass es sich nicht durch Terroristen zu Gräueltaten hinreißen lässt, deren Folgen es nicht abzuschätzen weiß. Was leider bereits geschehen ist. Aber ich hasse die afghanische Regierung und die Taliban - deshalb habe ich für sie nicht einmal mehr Kritik übrig.
« Letzte Änderung: 10. November 2009, 20:46:55 von Duke o´Cord » Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
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« Antworten #39 am: 18. Januar 2010, 12:13:12 »

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Zum Glück verstehen Terroristen nichts von Physik
Andrea Naica-Loebell
28.12.2009

Ein Interview mit dem Science Buster Werner Gruber über Sprengstoff, Ananas und Politik
Der Physiker und Neurowissenschaftler Werner Gruber (1) ist Universitätslektor am Institut für Experimentalphysik der Universität Wien (2), er unterrichtet dort "Brain Modelling", physikalische Modelle über das Gehirn. Außerdem beschäftigt er sich mit exotischen Spezialgebieten wie der Physik der Papierflieger (3) und der kulinarischen Physik (4), über die er ein sowohl spannendes als auch appetitanregendes Buch geschrieben hat ( Die Genussformel: Kulinarische Physik (5), Ecowin Verlag, 2008). Ganz aktuell kann man sich online bei ihm Anregungen für ein optimales physikalisches Weihnachtsmenü (6) holen.


Die "Science Busters" veranstalteten eine "Global Warming Party" auf dem Tollwood 2009 in München. Werner Gruber im Vordergrund beim Reinigen der Bühnentreppe mit Stickstoff, in der Mitte Martin Puntigam, im Hintergrund Heinz Oberhummer. Bild: A. Naica-Loebell (Bild vergrößern)

Darüber hinaus hat sich Werner Gruber mit dem theoretischen Physiker Heinz Oberhummer (7) und dem Wiener Kabarettisten Martin Puntigam (8) zur "schärfste Science-Boygroup" des Universums, den Science Busters (9) zusammen getan, um nach eigenen Aussagen zu "Geld, Ruhm und schnellem Sex" zu kommen, aber auch mit der Absicht, dass "Physik wieder populärer wird als ein eiternder Steißbeinzwilling." In Österreich haben die drei längst Kult-Status, ihre immer wieder neu gestalteten Show-Abende im Wiener Rabenhof-Theater (10) sind kontinuierlich ausverkauft. Außerdem verbreiten sie ihre Mixtur aus Spitzenhumor und Topwissenschaft wöchentlich in einer Radiokolumne beim Sender FM4 (11) und in Blogbeiträgen auf ihrer Website, wo wesentliche Fragen wie: "Wie viele Jesusatome sind in jedem von uns?" geklärt werden (vgl. Der atomisierte Jesus (12)).

Eines ihrer Programme dreht sich um Terror, denn "Bombenbasteln ist nicht sehr schwer. Dass es nur vergleichsweise wenige Menschen als Hobby betreiben, ist daher ein Glück für die Erde." Auf höchst amüsante wird unter anderem erklärt, "wie man Uran anreichert, ohne einen Kredit aufzunehmen", und "weshalb man eine schmutzige Bombe nicht waschen kann und warum man beim Entschärfen einer Kofferbombe weder den schwarzen, noch den roten Draht durchzwicken sollte."
Telepolis traf Werner Gruber bei der "Global Warming Party" der Science-Busters auf dem Münchner Tollwood-Festival, um darüber zu sprechen, wie gut es doch für uns alle ist, dass Terroristen nichts von Physik verstehen.


Werner Gruber bastelt an einer Rakete, die dann sofort auf der "Global Warming Party" der Science Busters auf dem Tollwood abgeschossen wird. Bild: A. Naica-Loebell (Bild vergrößern)


Es gibt das Science-Busters Programm über Kofferbomben und Bombenkoffer, oder wie sprenge ich einen Präsidenten. Wie sprengt man denn am besten einen Präsidenten?

Werner Gruber:
Mit Sprengstoff. Das Problem ist nur: Wie komme ich an den Sprengstoff? Und dann: Wie bringe ich den Sprengstoff dorthin, wo der Präsident ist? Sie finden im Internet tolle Bedienungsanleitungen, wie man Sprengstoff bauen kann. Harmloser Sprengstoff in dem Sinn, dass man nicht selbst in die Luft geht, wenn man ihn zusammen mischt.
Am berühmtesten ist die so genannte Agrarbombe, die Bauanleitung wurde vom Bauernbund von Wisconsin in den 60er Jahren in einer Broschüre veröffentlicht, als Methode, um Ententeiche zu sprengen. Die Söhne der Bauern waren aber teilweise Studenten, die einen revolutionären Ansatz verfolgten und dann Ententeiche in Industriegebieten sprengten. Das kam nicht gut an.
Aber die IRA war sofort begeistert von diesem Sprengstoff, weil diejenigen, die ihn zusammen bauten, sich nicht mehr so leicht dabei umbrachten. Sie brauchen dazu nichts anderes als Kunstdünger und Dieselöl. Beides sehr einfach zu beschaffen – und wird dann in der richtigen Mischung (die ich natürlich nicht verrate) vereinigt. Sofort haben Sie einen mit TNT vergleichbaren Sprengstoff. Das ist schon einmal ein einfacher und sehr guter Sprengstoff, auf dem man aufbauen kann.
Und wie sprenge ich dann den Präsidenten?

Werner Gruber:Da ist die Frage, wie bringe ich nun die Bombe zum Präsidenten, oder wo auch immer hin? Da gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel ein funkgesteuertes Flugzeug, die kosten nicht mehr die Welt. Oder Sie deponieren das Paket rechtzeitig am Zielort. Heute gibt es in Elektronikgeschäften so genannte Handyfernsteuerungen, mit denen können Sie Ihre Klimaanlage oder Heizungen zu Hause fernsteuern, die kosten 20 Euro. Dann brauchen Sie nur noch ein Wegwerfhandy, um jederzeit von irgendwo aus die Bombe hochgehen zu lassen.
Man kann auch mit relativ einfachen Mitteln ein Katapult bauen, damit kann man Steine von einem Gewicht bis zu einer Tonne bis zu zwei Kilometer weit schießen. Wenn man ein bisschen was von klassischer Physik, klassischer Mechanik versteht, braucht man sich nur schnell im Internet schlau zu machen und ist ganz vorn mit dabei. Das große Glück ist, dass die ganzen Terroristen nicht lesen können. Wenn man jetzt mal auf das terroristische Umfeld von Osama Bin Laden schaut, die beten den ganzen Tag, aber Technikausbildung haben sie zum Glück keine.

Sollten wir uns darauf verlassen, Hoffnung ist doch kein Konzept der Physik?

Werner Gruber: Es ist ja wenig los, eine fade Zeit für Terroristen. Die haben doch schon lange nichts mehr zusammen gebracht. Vor allem international, wo sind denn die Global Player? Was allerdings angesichts der Pseudo-Überwachung an den Fughäfen gut ist. Das ist immer wieder sensationell, wie da überwacht wird und wie wenig das bringt. Flüssigsprengstoff – das ist doch albern. Um Flüssigsprengstoffe herzustellen, muss man richtig Ahnung und Erfahrung haben. Ich habe da Zweifel, ob die in den vergangenen Jahren bei Attentätern gefundenen Sprengstoffe wirklich funktioniert hätten.
Dabei gibt es relativ einfache Möglichkeiten, ein Flugzeug wirklich zu beschädigen. Was zum Beispiel die wenigsten wissen: Man braucht nur das Quecksilber aus einem Fieberthermometer, wenn man das in einem Flieger verschüttet, wird der nie mehr starten. Das Quecksilber saugt sich in das Aluminium hinein und macht es spröde. Solche Unfälle gab es schon. Das ist nicht besonders spektakulär, aber der Sachschaden ist enorm.
Biokampfstoffe kann man auch ganz leicht selbst herstellen. Wenn man eine Ananas in einen Kunststoffbehälter legt und den ein paar Tage stehen lässt, dann hat man eine abgesonderte Flüssigkeit darin – eines der stärksten Gifte, die es gibt. Wenn Sie das einsetzen, dann erreichen Sie sicher Panik und im Zweifelsfall auch eine hohe Verlustrate. Mit einer gediegenen Ausbildung in Physik, Chemie oder Biologie läge man als Terrorist gleich ganz vorn.
Das klingt ja alles ganz plausibel, aber am 11. September haben die Terroristen doch einen enormen Effekt erzielt. Die Türme des World Trade Center zum Einsturz zu bringen, das war doch sehr beachtlich?

Werner Gruber:Das ist richtig. Das war's dann aber auch. Ganz ehrlich, wann in den letzten Jahren gab es ein großes Attentat? Die meisten der Anschläge sind doch vernudelt worden, die haben keinen auch nur vergleichbaren Effekt erzielt, oft haben sie nicht so funktioniert, wie das geplant war.

Die große Terrorwarnung und das Versprechen von Sicherheit, das ist doch Blödsinn. Diese Kontrollen an den Flughäfen sind eine unsinnige Belästigung der Passagiere. Als ich kürzlich nach Hamburg flog, musste ich mein Feuerzeug abgeben. Ich brauche kein Feuerzeug, um eine Bombe zu zünden, das ist ein Schmäh! Wenn jemand gut ist, bringt er jederzeit ein Flugzeug zum abstürzen. Ich kann mich gegen Terrorismus, vor allem gegen Selbstmordattentäter, nicht schützen. Wenn das jemand sagt, kann ich nur erwidern: Keine Chance! Sobald jemand bereit ist, sein Leben zu opfern, kann er ein Attentat durchführen.
Der einzige Ausweg ist eine politisch stabile Lage, in der die Menschen ihre Lebensträume verwirklichen können, und ein ruhiges und zivilisiertes Leben haben, ohne Furcht und ohne Angst. Das ist das Einzige, was wirklich etwas nützt.

Was halten Sie von den neuen Scannern und den biometrischen Sensoren? Es gibt ja Ideen künftig automatisch Terroristen an Erregungs-Anzeichen wie verstärktes Schwitzen, Pupillen-Veränderungen und ähnliches als Merkmale für terroristische Absichten erkennen zu können?

Werner Gruber:Gar nichts. Es ist heute möglich, einen Lügendetektor tadellos gezielt zu betrügen, wenn man weiß wie man das anstellen muss. Mit diesen Scannern wollen nur die Sicherheitsfirmen viel Geld verdienen, die kosten Unsummen und sie bringen nichts. Wenn neue Scannersysteme auf den Markt kommen, muss man sich nur darauf einstellen. Wenn ich das weiß, dann brauche ich eben keinen auf Stickstoff basierenden Sprengstoff, sondern einen auf Kohlenstoff-Basis, denn darauf spricht der Scanner nicht an. Das ist ein sinnloses gegenseitiges Hochrüsten, das bringt nichts. Das ist nichts als ein Supergeschäft – und eine Belästigung für alle.
Und dazu kommen die Biowaffen, Milzbrand ist ja noch vergleichsweise harmlos, aber Ebola, Marburg-Virus, diese Erreger lassen sich auftreiben, die können gekauft werden. Alternativ suche ich mir das nächste serologische Institut an einer Universität und breche dort ein, da steht alles aufgereiht.

Es gibt ja bereits die ersten Warnungen von Wissenschaftlern, dass bald interessierte Leute ihre eigenen Biowaffen zu Haus basteln werden, da genetische Manipulation und Biotechnologie für die breite Bevölkerung im Kommen sind?

Werner Gruber:Das gibt es ja jetzt schon. Es können noch nicht viele, aber einige bestimmt. Zudem müssen Sie da gar nicht groß basteln, das können sie sich einfach bestellen. Sie brauchen nur einen Kühlschrank. Ein Beispiel sind die Gifte diverser Bakterien, die lassen sich leicht züchten, da braucht man nichts Aufwändiges.
Ich möchte lieber in einer Welt leben, wo ich entspannt von einem Ort zum anderen reisen kann, weil ich weiß, dass es allen relativ gut geht. Und wenn es allen gut geht, dann gibt es keinen Terrorismus. Das zeigen die historischen Erfahrungen. Es gibt nur eine politische Lösung.
Wenn man das ganze Geld, das in Sicherheitstechnik investiert wird, wenn man diese gewaltigen Summen in Schulen und gute Ausbildungen in den entsprechenden Ländern investieren würde – allein die Kosten für die vielen Scanner auf allen Flughäfen weltweit und deren Betrieb – das wäre viel sinnvoller. Einzelne Verrückte wird es immer geben, aber wenn man den Menschen in einer Gesellschaft insgesamt eine positive Zukunftsaussicht gibt, dann trocknet das die Unterstützung für den Terror aus.

Muss man im Umkehrschluss nicht feststellen, dass die Leute in den berüchtigten Terrorausbildungslagern eine Ausbildung in Physik bekomme sollten?

Werner Gruber:Als Naturwissenschaftler muss ich das bejahen, als Mensch bin ich froh, dass es ist, wie es ist.
(1) http://brain.exp.univie.ac.at
(2) http://www.univie.ac.at
(3) http://brain.exp.univie.ac.at/ypapierflieger/papfs.htm
(4) http://kochen.exp.univie.ac.at
(5) http://www.diegenussformel.at
(6) http://kochen.exp.univie.ac.at/Festfs.html
(7) http://info.tuwien.ac.at/e142/deutsch/forschung/astro.html
(8) http://puntigam.at
(9) http://www.sciencebusters.at
(10) http://www.rabenhof.at
(11) http://fm4.orf.at/sciencebusters
(12) http://www.sciencebusters.at/sections/science-fu/posts/122

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31767/1.html



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Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten wie ein Maler von seinem Bilde.
Christian Morgenstern (1871-1914), dt. Lyriker
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