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Autor Thema: Weltlage des Terrors - Kommentar  (Gelesen 4841 mal)
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~zulu-otto
Gast
« am: 21. Juli 2005, 12:54:08 »

Eindrucksvoll beschreibt auf www.spiegel.de der bekannte Schriftsteller Leon de Winter die Weltlage des Terrors. und er spricht Wahrheiten an, die ich besser nicht ausdrücken könnte.




Mörderische Frömmigkeit

Von Leon de Winter



Einigen europäischen Kommentatoren und Journalisten waren die Motive der Bombenattentäter von London sofort klar: Wut über die Befreiung des Irak durch amerikanische und britische Truppen und über die Behandlung der Palästinenser durch Israel. In meinem Heimatland Holland drängte uns der politische Kommentator und Kulturhistoriker Thomas von der Dunk, ein sich offen bekennender Homosexueller, al-Qaidas Verdruss mit Verständnis zu begegnen. Im britischen "Guardian" äußerte sich der Kolumnist Gary Younge: "Wenn Blair nicht wusste, dass uns die Invasion verwundbarer macht, ist er fahrlässig; wenn er es wusste, sollte er die Verantwortung für seinen Anteil an dieser Tat übernehmen." Auch "Trouw", eine niederländische Zeitung, druckte einen Brief ab, in dem die Abschaffung der traditionellen niederländischen Toleranz und Modernität gefordert wurde, da sie radikale Muslime provozieren würden.

Die Kritiker von Premierminister Blairs Irak-Politik liegen nicht falsch, was die Motive der Terroristen angeht. Es ist wahr, dass die Terroristen die Hoffnung hegen, sie könnten das britische Volk mit Gewalt zum Verzicht auf die britische Militärpräsenz im Süden des Irak erpressen. Die Frage ist: Sollte sich das britische Volk dem beugen?

George Galloway, ein britischer Parlamentarier der Respect-Partei, beantwortete dies mit einem eindeutigen Ja. Und er wird gegebenenfalls von der Mehrheit der Europäer unterstützt. Für sie scheint der Gedanke, dass der Irak erneut der Tyrannei der Baath-Partei oder dem radikalen Islam zum Opfer fiele, ein fernes, vages und abstraktes Problem zu sein. Sie stellen sich vor, dass sich die Welt wieder beruhigen wird, wenn der Westen erst seine Truppen aus dem Irak und aus Afghanistan abzieht. Dass damit aber die religiöse Despotie wiederhergestellt würde, in der kein Platz wäre für Menschen wie sie selbst, für Programmkinos, die künstlerische Filme aus Südkorea und Finnland zeigen, für kritische Journale oder nackte Bauchnabel oder homosexuelle Männer wie Herrn von der Dunk, scheint Herrn Galloway und seinesgleichen nicht zu stören. Es riecht nach blinder Arroganz, nicht auch anderen die Freiheiten zu wünschen, die man als selbstverständlich betrachtet.


Radikalislamischer Widerstand gegen die Präsenz der Amerikaner und Briten im Irak und in Afghanistan speist sich grundsätzlich aus der - für radikale Muslime unakzeptablen - Vorstellung, dass die dominante Militärmacht im Haus des Friedens (nach traditionellem Verständnis das Territorium, in dem die Gesellschaft seit dem siebten Jahrhundert dem islamischen Recht untersteht) bei den Ungläubigen und Christen aus dem Haus des Krieges (den Regionen, in denen das islamische Recht ohne Geltung ist) liegt.

Trotz der persönlichen Tragödien, die mit den Gräueltaten verbunden sind, ist eine Erkenntnis wichtig: Die fundamentalistische Revolte gegen den Status quo in der arabisch-islamischen Welt ist endgültig gescheitert. Alle Regime, von der sogenannten aufgeklärten Diktatur in Marokko bis zur strengen Tyrannei in Saudi-Arabien, haben mit dem islamischen Fundamentalismus nicht viel Federlesen gemacht.

In militärischer Hinsicht haben die Terroristen gegen die übermächtigen Armeen des Westens keine Chance. In der Hoffnung, die öffentliche Meinung und die politischen Eliten zu beeinflussen, versuchen sie daher, die Bevölkerung sowohl der arabischen als auch der westlichen Länder zu terrorisieren. Sie glauben, dass die Bewohner des Westens moralisch schwache Menschen sind, die, da ihnen der Glaube an das ultimative Buch fehlt und sie von perverser Lust zersetzt sind, nicht stark genug sind, um sich zu verteidigen und ihre Söhne im Kampf zu opfern.

Auch wenn Kritiker des Irak-Kriegs wie Michael Moore vielleicht anders argumentieren: Die Kriege in Afghanistan und im Irak werden nicht geführt, um Kolonien oder Provinzen zu erwerben. Zur Debatte steht, ob es unter westlicher Aufsicht möglich ist, eine stabile Bürokratie und eine friedfertige Mittelschicht in diesen gescheiterten arabisch-islamischen Nationalstaaten, in denen die Gesellschaftsordnung weitgehend auf Stammesloyalität, Korruption und der Unterdrückung der Frauen basiert, heranzuziehen.

Der islamistische Widerstand gründet sich auf den tiefen Glauben, dass diese modernen westlichen Institutionen und Konzepte der Scharia, dem islamischen Gesetzeswerk, diametral entgegenstehen. Damit haben die Islamisten absolut recht. Diese westlichen Konzepte bieten dem einzelnen Bürger Autonomie und Freiheit und machen die Wünsche der freien Gemeinschaft freier Bürger zum Schwerpunkt der Macht in der Gesellschaft - die angebliche Antithese zur Scharia.

Traditionell schweigt die Umma, die weltweite Gemeinschaft der Muslime, über Missstände in den eigenen Reihen. Es gibt praktisch keinen Protest der westlichen und arabischen Muslime über Straftaten in der arabisch-islamischen Welt. Saddam Hussein konnte den Irak ausbluten, als wäre es seine eigene private Provinz gewesen, ohne dass es Demonstrationen von Arabern oder Muslimen in Europa oder Nordamerika gab. In dem gescheiterten Nationalstaat Afghanistan konnten Korangelehrte eine kulturelle und humanitäre Einöde schaffen, ohne dass Muslime auf die Straßen drängten, um das Ende dieser unmenschlichen Ideologie zu fordern.

Selten haben muslimische Führer die schändlichen Bedingungen im Irak, in Algerien, im Sudan oder in Afghanistan beanstandet. Die Einzigen, die dies taten, waren Flüchtlinge und Dissidenten, Stimmen am Rande einer religiösen Gemeinschaft, die über eine Milliarde Mitglieder zählt.

Dieses Schweigen endete, als westliche Mächte sich das Recht nahmen, die Tyranneien, die Afghanistan und den Irak beherrschten, zu zerstören. Eine Vielzahl von Muslimen erhielt plötzlich eine Stimme; und sehr unterschiedliche Sympathisanten stimmten in den Chor der Gegner der amerikanischen Intervention in islamischen Ländern ein: Sowohl radikale als auch gemäßigte Muslime haben die Taten der amerikanischen und der britischen Regierung viel stärker und schroffer verdammt, als sie je die von Saddam Hussein verübten Massaker kritisierten, während säkulare und linke westliche Intellektuelle heftigen Widerstand gegen die amerikanisch-britischen Versuche, den barbarischen, frauenfeindlichen und in der Tat absurden religiösen Despotismus der Taliban zu beenden, zum Ausdruck brachten.

In den letzten Jahrzehnten wurden Millionen Muslime von anderen Muslimen getötet, und doch wird diese Tatsache von der islamischen Weltgemeinde weitgehend ignoriert. Nur wenige Muslime haben je öffentlich gefordert, dass die Umma einen Teil der moralischen und religiösen Verantwortung für diese entsetzlichen Massaker übernimmt. Die Arabische Liga ignoriert die Massaker an Muslimen durch andere Muslime geschickt, protestiert aber lautstark, wenn sich Zwischenfälle zwischen Israelis und Palästinensern ereignen. Dieser Zorn, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung der palästinensischen Muslime und Christen durch die Israelis (deren Härte in keinem Vergleich zu der wüsten Zerstörung steht, die zum Beispiel Saddam Husseins Clan unter den irakischen Schiiten und Kurden verursacht hat), steht im starken Gegensatz zu dem ohrenbetäubenden Schweigen als Reaktion auf die Millionen muslimischer Opfer in diesen vernichtenden Konflikten.
...


zu Teil 2:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,365464-2,00.html

zu Teil 3:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,365464-3,00.html
« Letzte Änderung: 21. Juli 2005, 12:56:09 von zulu-otto » Gespeichert
~zulu-otto
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« Antworten #1 am: 21. Juli 2005, 13:01:57 »

was sind eure lösungsvorschläge um angemessen dem terror zu begegnen?
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~Aga
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« Antworten #2 am: 22. Juli 2005, 14:28:23 »

nicht schlecht!
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Holger
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« Antworten #3 am: 23. Juli 2005, 11:57:34 »

Zitat
Die fundamentalistische Revolte gegen den Status quo in der arabisch-islamischen Welt ist endgültig gescheitert.
...eine Kampfansage?
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~zulu-otto
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« Antworten #4 am: 25. Juli 2005, 01:52:59 »

meiner meinung nach gibt es 3 standpunkte, die man einnehmen kann im bezug auf den umgang mit terroristen.


1. den 'amerikanischen' : heißt soviel wie 'wir werden ja sehen wer der stärkere ist' - extrem ausgeprägtes selbstwertgefühl

2. den 'großdeutschen' : heißt soviel wie 'wir sind gegen den imperialistischen amerikanischen standpunkt und tun alles dafür, daß schnauzbärtige diktatoren weiter an der macht bleiben können' - extrem ausgeprägtes angstgefühl

3. den 'britischen' : heißt soviel wie 'wir müssen uns verteidigen, im extremfall auch mit militärischer gewalt (nicht zu verwechseln mit terror!) - extrem ausgeprägtes realismusgefühl


zwei standpunkte sind davon zueinander kompatibel.

einer davon erfüllt den vorauseilenden gehorsam den terroristen gegenüber mit preussischer unterwürfigkeit.
« Letzte Änderung: 25. Juli 2005, 02:00:36 von zulu-otto » Gespeichert
~zulu-otto
Gast
« Antworten #5 am: 25. Juli 2005, 12:25:56 »

weshalb schweigt hierzu die welt der vermeindlich intellektuellen pazifisten?



Teherans Atomtricks:

http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,366506,00.html


Iran inszeniert Hinrichtung Jugendlicher als Spektakel:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,366338,00.html
« Letzte Änderung: 26. Juli 2005, 02:08:57 von zulu-otto » Gespeichert
Holger
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« Antworten #6 am: 01. August 2005, 00:08:40 »

Zitat
Die Einzigen, die dies taten, waren Flüchtlinge und Dissidenten, Stimmen am Rande einer religiösen Gemeinschaft, die über eine Milliarde Mitglieder zählt.
Ich hasse Verallgemeinerungen!

Dieser Satz, aus dem obigen sehr guten Text stammend, bedeutet alleine gesehen nichts anderes als das vermeindliche Schweigen der anderen 99,9% als Zustimmung zu sehen...

...unsere eigene Geschichte hat uns eines gelehrt: Wir müssen froh sein, wenn wir selbst den Ausstiegszeitpunkt verpasst haben, dass andere uns zur Hilfe eilen!

@zulu-otto:
Zitat
weshalb schweigt hierzu die welt der vermeindlich intellektuellen pazifisten?
Meines Wissen schweigen hier nur die Medien (bis auf Spiegel)!!! Falls andere auch das Bedürfnis haben, ihren Mund nicht aufzumachen, sollte man sie ihrem Schicksal überlassen.
« Letzte Änderung: 01. August 2005, 00:09:30 von Holger » Gespeichert
~zulu-otto
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« Antworten #7 am: 12. August 2005, 14:21:23 »

hier outet sich die alquaida wieder einmal als eine PSEUDORELIGIÖSE gemeinschaft, indem sie - genauso wie die NAZIS - den 'totalen SIEG' gegen die Juden und Amerikaner erhofft...

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,369328,00.html


irgendwie glaube ich inzwischen, daß ein dritter weltkrieg gegen diesen PSEUDOISLAMISCHEN mob unvermeidlich wird. denn der wahre und große Islam will frieden, diese vom Glauben abtrünnigen wollen die weltherrschaft der unfreiheit und der unterdrückung.

diese Verirrten wollen sich selbst ein denkmal bauen und nicht Allah!
« Letzte Änderung: 12. August 2005, 14:27:49 von zulu-otto » Gespeichert
~zulu-otto
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« Antworten #8 am: 18. August 2005, 14:02:47 »

die liebe EU wurde wieder einmal vorgeführt vom Iran...

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,370237,00.html


soviel zu den 'friedlichen verhandlungen'...
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Duke o´Cord
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« Antworten #9 am: 18. August 2005, 16:19:53 »

Man mag über einen 3WW nachdenken, um wenige, aber lautstarke Verbrecher mit schauderhafter Wirkung zu jagen. Hierbei frage ich mich jedoch, ob das Prinzip des Hasses und der Gewalt, welches die neofaschistischen - islamistischen Terroisten verbreiten, nicht breits seinen Sieg in der Tasche hat.

Glücklicherweis wissen immer mehr Menschen mit Einfluss, was man nicht machen sollte und manche wissen mittlerweile auch was man durchaus machen könnte.

Mehr, als die Gesellschaft vor Verbrechern zu schützen - sowohl vor deren Gewalt, als auch vor dem islamistischen Hass-Populismus - kann der Westen nicht machen.
Es liegt an der islamischen Welt den Irrgängern ihrer Mitte zu begegnen und diese aufzuhalten. Sollte der Westen diese Aufgabe übernehmen wollen, beleidigen wir den Stolz der islamischen Kulturen und untergraben deren Eigenverantwortung (Wie wir wissen sind die meisten Opfer islamistischer Attentate Moslems selbst).
Der Westen kann ausserhalb seiner Einflussmöglichkeiten - und zu diesem Jenseitigen zählt die Gemeinschaft der Moslems - bestenfalls dazu motivieren, auffordern und vielleicht erpressen, auf das die islamischen Staaten einerseits ihre Korruption und Unterdrückung beenden, sowie sie aufhören müssen, deren Ursache in Form von Schuldzuweisungen in der westlichen und jüdischen Welt zu suchen; andererseits ihre Hassprediger zum schweigen bringen.

Übermäßige Gewalt ist in dieser Causa keine Lösung, sondern eine Bestätigung für fanatische Islamisten und eine Zuwendung zu unseren eigenen Abgründen, Ängsten und Fehlern.
Wenn du einen Menschen aufhalten willst der den Wind säht und den Sturm erntet, dann wirst du dies doch nicht versuchen, indem du den gleichen Fehler begehst wie er.
« Letzte Änderung: 19. August 2005, 11:44:56 von Duke o´Cord » Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
~zulu-otto
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« Antworten #10 am: 19. August 2005, 15:46:42 »

du hast recht Duke.

gewalt dürfen nur 'die anderen' anwenden. wir nie.

so wird alles gut.

geben wir doch den mullahs auch noch eine atombombe. diese haben zwar das recht ihre frau zu steinigen und schwule öffentlich hinzurichten und 'frauen' ab 12 jahren zu heiraten, aber ich glaube du hast recht Duke, wir sollten nie gewalt anwenden. das dürfen nur sie.

wir reden lieber mit ihnen und reden ihnen die atombombe aus.
« Letzte Änderung: 19. August 2005, 15:47:33 von zulu-otto » Gespeichert
Holger
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« Antworten #11 am: 21. August 2005, 11:33:45 »

@ Duke

Zitat
Es liegt an der islamischen Welt den Irrgängern ihrer Mitte zu begegnen und diese aufzuhalten. [...] Der Westen kann ausserhalb seiner Einflussmöglichkeiten - und zu diesem Jenseitigen zählt die Gemeinschaft der Moslems - bestenfalls dazu motivieren, auffordern und vielleicht erpressen. [...] Übermäßige Gewalt ist in dieser Causa keine Lösung, sondern eine Bestätigung für fanatische Islamisten und eine Zuwendung zu unseren eigenen Abgründen, Ängsten und Fehlern.
Das würde bedeuten, dass es völlig ok ist die IRA, Eta... mit Gewalt am Terror zu hindern - diese bewegen sich innerhalb unseres Einflußgebietes - aber die El Kaida in ihren Rekrutierungsbüros anzugreifen ist böse. Die Trainingslager zu bomben ist nicht gut, die Terroristen zu töten ist schlecht???

Ich finde, dass Gewalt gegen Terroristen eine überlegte Gegenmaßnahme ist. Oder glaubst du, einem Selbsmordattentäter seine Tat ausreden zu können?
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Duke o´Cord
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« Antworten #12 am: 22. August 2005, 08:31:41 »

@beide:

So war das nicht gemeint. Obwohl dieser Terrorismus im Namen Allahs
vollzogen wird, hat dieser nichts mit dem Islam bzw. der Religion in diesem Sinne zu tun.
Vielmehr begründet er sich auf einen kulturellen Nährboden, dessen Auswirkungen und Sprosse sich auch in der westlichen - aber nicht ausschließlich dort - manifestieren.
Die meisten Opfer fundamentalistisch motivierten Terrors sind zur Zeit im Irak zu beklagen.

Das Mullahregime im Iran oder Al Kaida oder El Quaida (ganz wie man möchte) in einen Topf mit den übrigen paar Millionen Moslems in der Welt zu werfen, wäre ein ignoranter Fehltritt, der dazu führen würde und bereits dazu führte, dass sich vor allem die Gemeinschaft der Moslems im Westen - auch den Medien gegenüber - einigelt.

Nach dem Mord an Theo vanCogh, der von einem einzelnen fanatisch-wahnsinnigen Mann marokanischer Abstammung verübt wurde, brannte eine
islamische Schule im Namen der White Power - Bewegung.

Gerad die White Power - Fanaten und andere Neofaschistische Terroristen und Vandale, werden nun aber nicht der Christlichen Kultur im Allgemeinen zugeordnet. Sie werden als die Verbrecher angesehen, die sie sind.

Und letztlich war es der Dialog und der Druck der protestantischen und katholischen Öffentlichkeit - jenseits von Gewalt - die der  IRA in den letzten Jahren Schranken setzte.

Zitat
Übermäßige Gewalt...
schieb ich. Was nichts anderes bedeutet als dass es eben keinen Sinn macht Gewalt maßlos und ohne die Grenzen der Vernunft ein zu setzten.
« Letzte Änderung: 22. August 2005, 08:35:32 von Duke o´Cord » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 22. August 2005, 13:29:49 »

Zitat
So war das nicht gemeint. Obwohl dieser Terrorismus im Namen Allahs
vollzogen wird, hat dieser nichts mit dem Islam bzw. der Religion in diesem Sinne zu tun.
Das ist ein nettes Statement, doch hat niemand jemals etwas anderes behauptet.

Zitat
Das Mullahregime im Iran oder Al Kaida oder El Quaida (ganz wie man möchte) in einen Topf mit den übrigen paar Millionen Moslems in der Welt zu werfen, wäre ein ignoranter Fehltritt
...da muß ich mich wiederholen...

Zitat
Grenzen der Vernunft[/qoute]

Ich bin ja nur froh, dass wir uns darauf einigen können, das die westliche Gewalt mit Vernunft eingesetzt worden ist und werden wird...
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« Antworten #14 am: 22. August 2005, 15:13:36 »

Zitat
otto:geben wir doch den mullahs auch noch eine atombombe. diese haben zwar das recht ihre frau zu steinigen und schwule öffentlich hinzurichten und 'frauen' ab 12 jahren zu heiraten, aber ich glaube du hast recht Duke, wir sollten nie gewalt anwenden. das dürfen nur sie.
Hierbei wird eindeutig auf die kulturelle Pragmatik einzelner islamischer  Staaten bzw. Teilregionen eingegangen. In Bezugnahme auf den von mir erwähnten notwendigen Dialog mit der islamische Welt ist dies eindeutig eine
Islam-Verallgemeinerung auf der einen, Polarisierung auf der anderen Seite.

Zudem war meinerseits nie die Rede davon, dass man auf Gewalt verzichten muss. Es muss nur unterschieden werden, wer Gewalt anwendet und wer nicht, bevor man entsprechend reagiert. Man kann doch nicht von gezielter
und kontrollierter (millitärischer) Gewalt sprechen, wenn pauschal gegen Moslems vorgegangen wird.

Ansonsten müsste man auch pauschal erklären, dass die Gewalt gegen Einwanderer mit Herkunft aus islamischen Staaten, allgemein von der westlichen/ christlichen Kultur schikaniert werden - nur weil ein Gruppe von White Power Extremisten Schulen anzündet und Passanten verprügelt. Intevenieren wir in uns selbst? Nein. Denn wir erlauben uns, innerhalb unserer Gesellschaft zu differenzieren und gestehen selbst Schwerverbrechern das Recht auf faire Verhandlung zu. Moslems aber werden pauschal als Feind erkannt und ihre Opfer aufgrund unseres heiligen Kampfes gegen den Terror werden als Kollateralschaden betrachtet. Und wärend die christliche Jugend dem Papst den Arsch küsst, wird die islamische Jugend eingemauert.


Zitat
holger : Das würde bedeuten, dass es völlig ok ist die IRA, Eta... mit Gewalt am Terror zu hindern - diese bewegen sich innerhalb unseres Einflußgebietes - aber die El Kaida in ihren Rekrutierungsbüros anzugreifen ist böse. Die Trainingslager zu bomben ist nicht gut, die Terroristen zu töten ist schlecht???
Das bedeuted das nicht im geringsten. ACHTUNG JETZT:
Zitat
Übermäßige Gewalt ist in dieser Causa keine Lösung, sondern eine Bestätigung für fanatische Islamisten und eine Zuwendung zu unseren eigenen Abgründen, Ängsten und Fehlern.
Was könnte das bedeuten? Möglicherweise, dass es nicht die durchdachteste
Vorgehensweise ist, einer globalen Sub-Gesellschaft von Islamisten zu zeigen, dass der Westen wirklich das weltliche Böse ist, indem man Afghanische/Irakische Dörfer in denen sich Terroristen verbergen könnten niederbombt. Was hat den das mit der Verteidigung der westlichen Welt zu tun?

Zudem geht man auf ETA und IRA mit polizeilichen/diplomatischen Mitteln vor.
Wie könnte man das mit den Bedingungen eines Krieges vergleichen?

LETZTENDLICH möchte ich darauf noch einmal hinweisen, dass ich vom Diolog mit und Aufforderung an die Islamische Welt sprach. Der Islam und seine Gemeinschaft ist kein Al Kaida Trainingslager.
Wenn wir das nicht verstehen, können wir uns keinesfalls als intellektuell und kulturell überlegener Westen bezeichnen, sondern als das gleiche menschliche Gewürm wie diese Fanatiker es sind.
« Letzte Änderung: 22. August 2005, 15:24:15 von Duke o´Cord » Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
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