News:
 
*
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. 09. September 2010, 15:53:21


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge


Seiten: « 1 2 3 4 5 6 »
  Drucken  
Autor Thema: Computerspiel Schuld an Mord?  (Gelesen 8267 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #45 am: 30. Juni 2005, 13:19:02 »

genau so meinte ich es ja auch, doch kann ich keinem helfen, der sich ausserhalb dieses Nenners bewegt. Er spielt doch nach seinen eigenen Regeln, nicht nach den unsrigen!!!
Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #46 am: 12. Juli 2005, 19:54:12 »

Aber liegt es nicht in der Verantwortung der Gesellschaft, solch Sonderlinge wieder einzugliedern und zu erforschen, warum diese Menschen sich nicht an die Regeln der Gesellschaft halten wollen?
Sollte dies nicht Aufgabe und Auszeichnung einer erfolgreichen Gesellschaft sein? Selbst bei Menschen die schreckliche Verbrechen begangen haben?

Es gilt in unserer Gesellschaft das Prinzip der Rache, als Strafe für ein Abkommen von den Gesetzten. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das ist das gleiche Prinzip das in PC-Spielen und Komerz-Filmen, als einzig Mögliches dargestellt wird.
Auf schwer zu lösende Probleme mit Anderen folgt die Antwort durch Gewalt oder Misshandlung (zu letzterem ist auch die Haftstrafe zu zählen).
Das ist es, was wir unseren Kindern vorleben, auch wenn wir meinen ihnen dies nicht vor Augen zu führen, weil wir dermaßen desensibilisiert gegenüber dem Strafrecht sind, dass wir alle Racheaktionen als "normal" und fair anerkennen. Wir halten es sogar für zweckmäßig, obwohl die Geschichte der Strafjustiz doch eindeutig erkennen muss, dass das Verbrechen in "unserer" Gesellschaft nicht abnimmt.

Oder müssen wir die Anwendung von Gewalt und Misshandlung in gewissen (gesetzlichen) Rahmen als unvermeidlich akzeptieren?
Ich kenne die Antwort nicht, die sich unsere Gesellschaft der Menschheit in Zukunft geben wird.
« Letzte Änderung: 12. Juli 2005, 19:56:57 von Duke o´Cord » Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #47 am: 13. Juli 2005, 13:17:58 »

Ich möchte dich nur darauf hinweisen, dass in unserer Gesellschaft keineswegs das Prinzip der Rache gilt, sondern jedes Verbrechen subjektiv geahndet wird und zwar nach möglichst objektiven Kriterien.

Natürlich ist die perfekte Gesellschaft dazu angehalten alle Individuen zu unterstützen, doch leben wir in keiner perfekten Umwelt... und ganz ehrlich... ich möchte auch in keiner perfekten Welt leben!!!
Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #48 am: 13. Juli 2005, 13:44:13 »

Müssen wir, wenn wir diese Fehlerhaftigkeit userer Umwelt akzeptieren, so wie die subjektive Ahndung, die immer darauf hinausläuft, dass jemand nicht zu dessen eigenen Läuterung, sondern zur Beruhigung der Öffentlichkeit, bestraft wird, nicht auch akzeptieren, dass junge Männer auf Dächer steigen und mit Schußwaffen auf Mitmenschen schießen?
Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #49 am: 14. Juli 2005, 13:58:34 »

Zitat
subjektive Ahndung, die immer darauf hinausläuft, dass jemand nicht zu dessen eigenen Läuterung, sondern zur Beruhigung der Öffentlichkeit, bestraft wird
...genau anders herum.

Man sperrt einen psychisch kranken Menschen in eine besondere Einrichtung ein, damit man ihm helfen kann. Nicht weil dann die Öffentlichkeit wahnsinnig beruhigt ist!!!
Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #50 am: 14. Juli 2005, 16:35:02 »

Das ist falsch. Der Großteil der Menschen mit psychischen- bzw. zumindest Verhaltensstörungen kommt nach Verurteilung in eine Strafanstalt, wo ihm nach längerjährigen Haft, wie durch ein Wunder, die Haare ergrauen und die Zähne ausfallen - als somatoforme Störungen durch den Aufenthalt.

Wenn man bedenkt wie viele psychisch Erkrankte und/oder Drogenabhängige
in den Gefängnissen unter unzureichender Aufsicht dahinmodern, erkennt man dass Gefängnisse eigentlich psychatrische Anstalten ohne medizinisches Personal und Programm sind.
Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #51 am: 17. Juli 2005, 10:33:11 »

... Jeder Mörder ist offensichtlich gestört, doch hat man in der Regel nur eine beschränkte Anzahl von Betten in psychatrischen Anstalten. Duke, du möchtest die perfekte Gesellschaft, und das ist gut so, doch darfst du auch nicht die Realität malifizieren!

Zitat
unter unzureichender Aufsicht dahinmodern
Ich wußte gar nicht, dass du ein Experte auf dem Gebiet des Strafvollzugs bist!
Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #52 am: 18. Juli 2005, 12:39:51 »

Ich bin durchaus realistisch und mit keinem Wort erwähnte ich, was ich will.
Somit trifft dein Gepostetes nicht zu.

Alles was ich will ist, dass die Gesellschaft nicht vorgibt sie wäre perfekt und als wäre unser Rechtsystem der glorreiche Gipfel der Zivilisation.

Ich bin kein Experte, aber ich hab so einiges gelesen. Darüber hinaus hatte ich einst einen Lehrer der die Leute einbuchten lässt.

Ich blicke wahrlich nicht so recht im komplexen Gefüge der Justiz durch, aber die von mir genannten Auswirkungen und Zustände sind Fakten, zu deren Erkenntnis man kein Experte zu sein braucht.

Man muss schließlich auch kein Experte zu sein um zu erkennen, dass Guantanamo existiert...
« Letzte Änderung: 21. April 2007, 00:37:58 von Duke o´Cord » Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #53 am: 19. Juli 2005, 12:38:18 »

Zitat
Alles was ich will ist, dass die Gesellschaft nicht vorgibt sie wäre perfekt und als wäre unser Rechtsystem der glorreiche Gipfel der Zivilisation.
...das tut sie doch gar nicht. Das Rechtsystem wird ständig überarbeitet, besonders der Strafvollzug wird zur Zeit reformiert!

...und Guantanamo liegt nicht in Österreich!!!!!!!!
Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #54 am: 19. Juli 2005, 12:47:35 »

Natürlich nicht. Die Diskussion beezieht sich auch nicht auf Österreich und die Überarbeitung  im Strafvollzug dreht sich im Kreis.

Wenn wir schon Österreich heranziehen. Die Regierung gibt vor und die Opposition zieht mit, das die beste Lösung im Fall Asylgesetzt die letztlichen Änderungen darstellen. Damit ziehen sie nur zum Teil mit den Standards anderer Länder mit, denn es gibt kein anderes europäisches Land, dass einen Zwangsernährungsplan vorsieht.

Das der Bürger sich nicht der Illusion der perfekten Gesetzteslage hingibt ist klar, jedoch will die Politik - die an der Macht ist - diese Illusion erzeugen.
Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #55 am: 20. Juli 2005, 12:02:35 »

Zwangsernährungsplan...

...die Menschen, die jetzt aufschreien, würden auch aufschreien, wenn ein Schubhäftling verhungert... so eine Zwickmühle aber auch!!!


Zur gesellschaftlichen Verantwortung zurück...
Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #56 am: 20. Juli 2005, 12:22:39 »

Keine Zwickmühle, finde ich zumindest. Denn mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Schubhäftling freiwillig verhungerte.

Das es keinen Sinn macht einen Schubhäftling frei zu lassen, nachdem er mit Hungerstreik begonnen hatte, ist klar. In einem solchen Fall könnte man ihn auf die Krankenstation schicken, sobald er durch den Hungerstreik in ernsthafter Gefahr schwebt. Ansonsten ist der Hungerstreik ein berechtigtes Mittel seines Protestes - solange er es durchhält.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2005, 12:23:04 von Duke o´Cord » Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
~zulu-otto
Gast
« Antworten #57 am: 20. Juli 2005, 13:49:56 »

hungerstreik mit der absicht ein gesetz zu beugen ist nötigung oder erpressung. und das sind beides straftaten.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2005, 13:51:51 von zulu-otto » Gespeichert
Duke o´Cord
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1209



Profil anzeigen E-Mail
« Antworten #58 am: 20. Juli 2005, 15:02:10 »

Jeder Mensch hat das Recht in Hungerstreik zu treten, Nötigung entsteht nur dann, wenn sich das Gesetz selbst in eine Zwangslage manövriert, in der sie diese Form des Protestes nicht akzeptieren oder ignorieren kann.
Auf dieses Problem mit Zwangsernährung zu antworten ist eine Verletzung der menschlichen Würde.
Als hätte man keine andere Wahl; Als wären Asylhäftlinge zugleich Schwerverbrecher, die den Staat mit Hungerstreik erpressen möchten - Wahrlich eine Gefahr für die Bevölkerung, für das ganze Land!!!
Die einzigen Menschen die dadurch in irgendeiner Weise geschädigt werden sind die bedauernswerten Beamten, die sich diese Streikform mitsansehen müssen (und ein ganz schlechtes Gewissen wegen ihrer Bierwampen bekommen). Aber es trifft wohl zu, dass in unserer Wertegesellschaft, der Wert eines sogenannten "illegalen Menschen" unter jenen Grad der Belästigung fällt, dem die Wärter aufgrund der Protestbezeugung von Häftlingen ausgesetzt sind.

Wir demokratischen Menschen heißen das keinesfalls gut, stattdessen schicken wir diese Menschen lieber wieder zurück in ihre ehemalige Heimat, in der keine Demokratie herrscht. Es ist die Dekandenz von Bier, Schnitzel und Pseudo-Christentum, die Österreich - das als einstiges Naziland wieder hochgepeppelt wurde, weil die Siegermächte sein Volk nicht zur Gänze als "Illegale" betrachteten - blind macht für den Vergleich von Leid und regelbaren Unannehmlichkeiten.

Und was bedeutet überhaupt "illegal"? Haben die betroffenen Asylhäftlinge etwa ein "Fahrverbotsschild" übersehen oder ignoriert, bevor sie von ihren Müttern auf diese Welt gebracht wurden. Oder haben deren Eltern die Genehmigungsgebür für ihr Kind nicht bezahlt. Oder ertragen wir einfach nicht,
das es Menschen unter ärmlichen Verhältnissen gibt bzw. dass es sie vor unseren Augen gibt. Weg mit ihnen, egal wohin, (beinahe) egal mit welchen Mitteln.

Wir tun mir so leid.

Welcher Mensch - der nicht allen Grund dazu hat - erlegt sich selbst den Verzicht auf Nahrung auf? Habt ihr es schon einmal versucht?
Gespeichert

Es sind mehr Menschen an ihren Ängsten gescheitert, als an ihren Träumen.
Holger
Globaler Moderator
Hero Member
*****
Offline Offline

Beiträge: 1525



Profil anzeigen WWW E-Mail
« Antworten #59 am: 21. Juli 2005, 11:45:17 »

Zitat
Keine Zwickmühle, finde ich zumindest. Denn mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Schubhäftling freiwillig verhungerte.
...dann siehst du, wie sinnlos eine Diskussion darüber ist!!!

Korinek, VfGH-Präsident, äußerte sich bedenklich über die Interpretationen eines Gesetzes durch zwei politische Partein. ÖVP und SPÖ, die ja beide für das neue Asylgesetz verantwortlich sind, wollen aus ein und dem selben Text zwei unterschiedliche Tatsachen herauslesen können!!!

Die ganze Diskussion ist medial und sonst nichts...
Gespeichert
Seiten: « 1 2 3 4 5 6 »
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006, Simple Machines LLC

Copyright © 2009 Zulu Community
www.zulu-community.com | www.zulu-ebooks.com | www.zulu-music.com
Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS