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Autor Thema: Computerspiel Schuld an Mord?  (Gelesen 8268 mal)
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Agnosis
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« Antworten #15 am: 25. Februar 2005, 15:34:43 »

Ich möchte folgende Frage stellen:
Ist es vielleicht so, dass Computerspiele nur dazu verleiten die im Menschen verankerte Aggression so brutal auszuleben und zu wenig andere Möglichkeiten in unserer achso "gezwungenermaßen" schönen Welt existieren dies zu tun?
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Duke o´Cord
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« Antworten #16 am: 25. Februar 2005, 15:52:42 »

Ich habe noch nie erlebt, dass ein Spiel mir dabei half agressionen auszuleben
(ganz im Gegenteil  :pc2: = mehr technischer Natur), aber vielleicht habt ihr da ja andere Erfahrungen gemacht?

Ich denke dass der Ansatz gewisser Spiele (Egoshooter im speziellen) sich das Agressionspotenzial als Anreiz zu nutze machen, zugleich meine ich aber, dass
der Drang Emotionen abzubauen bei diesen Spielen nicht befriedigt wird.
Er muss auch nicht unbedingt geschürt werden... wenn doch und die betroffene Person läuft daraufhin Amok, hat dies sicherlich mit anderenUrsachen zu tun.

Auch wenn PC-Games nicht unbedingt der Agressionsabau sind, den man sich von ihnen erwartet, gibt es sicherlich bessere Möglichkeiten seine Wut auszuleben und in den Griff zu bekommen (und ich glaube, dass wir dabei alle an das selbe denken...Zwinkernd  - unter anderem natürlich)
« Letzte Änderung: 25. Februar 2005, 15:53:07 von Duke o´Cord » Gespeichert

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Azrael
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« Antworten #17 am: 25. Februar 2005, 16:56:51 »

Also ich glaub das kommt ganz drauf an wie ich momentan drauf bin.
Ab und zu spiel ich nur aus Langeweile. Aber es gibt auch Situationen, da reiz es mich richtig die Computer KI auseinander zunehmen z.b: in C&C:G:Z
Ich glaube die Aggression bauen sich auch unterbewusst auf und durch spiele auch manchmal wieder ab.

Wo habe ich sonst z.b: die Möglichkeit wie bei SWAT4 als Spezialeinheit Terroristen zu jagen?

Ich denke es ist einfach oft ein Spaß ein Videospiel zu spielen ohne, dass ich mich damit auseinandersetze ob das jetzt Blutrünstig oder brutal ist.
Wie in Filmen halt Action = Fun
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Christian Morgenstern (1871-1914), dt. Lyriker
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« Antworten #18 am: 28. Februar 2005, 11:26:49 »

Meiner Erfahrung nach ist das nicht so...
Also das mit dem spielerischen Spaß ist sicher richtig, aber was ich - auch unterbewußt - beobachten konnte ist, dass wenn ich ein gewissen Agressionspotenzial aufgebaut habe, sich dieses beim Spielen auf ein dem Level hält. Also weder steigert noch abbaut.
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Holger
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« Antworten #19 am: 28. Februar 2005, 13:52:01 »

Doch mußt du auch zugeben, wenn man Aggressionen aufbaut, ermüdet man auch schneller. Beim Computerspielen, und wer spielt weiß, dass es länger dauert, baut man auf Dauer gesehen diese ab. Man hat dann keine Lust mehr auf Aggressivität, oder doch?

Wenn dann ein Jungedlicher am nächsten Tag Amok läuft, dann würd ich das nicht mehr in dem intensiven zeitlichen Konnex zu GTA sehen, wie seine Eltern... vielleicht haßt er einfach nur die Schule, weil er dort erniedrigt wird?
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Duke o´Cord
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« Antworten #20 am: 28. Februar 2005, 14:09:01 »

Ja, das sehe ich genauso.

Obwohl: Lust auf Aggresivität im Zusammenhang mit Gewalt hab ich sowieso nicht.
Ich bin nur manchmal geil auf die Power die einem die Agressionen verpassen.
Die bau deshlb auch nicht bei Spielen ab, weil ich sie lieber für etwas anderes verwende...für Sport zB. oder eine innere Revolte gegen den Schweinhund als
generellen König der Trägheit.
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Holger
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« Antworten #21 am: 01. März 2005, 12:52:22 »

Aggressivität kann konstruktive wie destruktive Züge annehmen, kommt ganz darauf an, ob man weiß, wie man damit umzugehen hat. Aggressivität gehört natürlich in die richtigen Bahnen gelenkt. Das tat dieser Jugendliche unter 17 Jahren offenbar nicht! Es schmerzt der Verlust der Unschuldigen. Wut und Unverständnis der Betroffenen ist natürlich auch verständlich, doch so wie bei dem anderen Bedürfnis ist auch die Emotion Wut (und ich meine wirklich die Emotion) in die richtige Bahn zu lenken. Blindlings und wüst alle anderen zu verurteilen kann nicht der korrekte Weg sein, oder?
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Agnosis
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194901058
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« Antworten #22 am: 08. März 2005, 23:21:04 »

Schon richtig so, dass Aggressivität konstruktiv, wie auch destruktiv sein kann, aber trotzdem frage ich mich: Welche Möglichkeiten, um Frustration, Zorn und Wut abzubauen, hat man in den westlichen Gesellschaften?

Für gewöhnlich geschieht der Abbau von Aggression in Form von Spielen oder Sport, also geregeltem Wettkampf. Mit solchen Methoden lassen sich viele zusätzliche Fähigkeiten erlernen, wie Durchsetzungsfähigkeit, Teamgeist, Verschaffen von Erfolgserlebnissen, Umgehen mit Frustration usw. Ein Computerspiel kann dies nicht. So treffen sich viele Stadtkinder mit 13 Jahren oder weniger am Wochenende, um sich zu betrinken oder Schlägereien vom Zaun zu brechen. Im Vergleich zu einem Amoklauf noch eine gute Möglichkeit, aber was müsste man anbieten, um Aggressivität nicht zu verbannen, sondern um zu lernen damit umzugehen?
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« Antworten #23 am: 09. März 2005, 14:40:25 »

Bin deiner Meinung. Auch das Sport in der Jugend nicht fehlen sollte.
Nicht weil die Schule einen dazu zwingt, sondern weil es einfach Spaß macht.
Zugegeben hielt sich mein Sport in der Jugend in Grenzen bzw. war eine Ein-Mann Sache. Nähmlich Joggen und Laufen!

Als Kind hingegegen hatte ich mich  sehr, sehr viel bewegt. Fussball mit Feunden auf der Kirchenwiese, rennend Räuber und Gendarm spielen oder Ferstecken mit Anschlagen. Später Karate.
Das tat mir gut und davon zerre ich noch heute Smiley.

Sowas sieht man heute kaum noch... Also zumindest nicht in meiner Gegend.
Die Mädels mit denen man in Kindesalter noch auf Bäume kletterte sind heute gestyled wie die Sex and the City-Bräute und geben sich große Mühe mit ihrem Handy herum zu stolzieren. Und die Buben sind alle mächtig gefährliche
Gangsta Rapper.
"where do the children play?"

Dazu muss ich auch sagen: In meinem Wald, in dem wir uns früher Häuser zwischen umgestürzte Bäume bauten, würde ich meine Kinder nicht mehr alleine spielen lassen.
Bereits in meiner Kindheit stand da ein Mann weiter entfernt und holte sich einen runter, während er uns Kinder beobachtete und wir nicht wussten was wir da sahen... ein bisserl älter war ich da schon...bis wir die Mutter eines Freundes holten. Dann zischte er weg, auf seinem Moped und keiner sah ihn wieder.
Auch vor kurzen wurde ein Mädchen in meiner Gegend auf dem Heimweg von der Schule in den Wald geschleppt und (ich glaube beinahe) vergewaltigt.
Möglicherweis handelt es dabei um ein Mädchen das ich kenne...

Diese Tat kommt der Entweihung eines Heiligtums meiner Kindheit gleich.
Der Wald, der mir sehr viel bedeutet, hat damit sein Gesicht verändert.

Welche Möglichkeiten haben Kinder also, auf sichere Weise im Freien zu spielen und sich zu bewegen? Ohne Sprotvereine keine besonders sicheren.
Und somit wundert es nicht sehr, dass man sie vor dem Fernseher oder Spielkonsole wiederfindet.
« Letzte Änderung: 09. März 2005, 14:41:24 von Duke o´Cord » Gespeichert

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« Antworten #24 am: 10. März 2005, 15:02:27 »

Die Möglichkeiten seine Aggressionen abzubauen bzw. seine Unausgeglichenheit gibt es genauso wie früher,.. wenn ich noch mehr.
Ihr hört euch an wie so ein Typischer Opa: ?Damals war alles besser!?

@Agnosis:
Zitat
Durchsetzungsfähigkeit, Teamgeist, Verschaffen von Erfolgserlebnissen, Umgehen mit Frustration usw. Ein Computerspiel kann dies nicht.
Das würde ich nicht unbedingt sagen, es ist nur eine andere Art und weise wie man sich miteinander misst.
Ich kann in Computerspielen sehr wohl die von dir genannten Punkte ausleben.
Besonders im LAN, bei Taktikshootern oder Strategiespielen.
Nehmen wir BFV: Da wird eingeteilt wer geht zu welcher Flagge und wer verteidigt den Punkt hier,..
Da wird laut nach Verstärkung gerufen und da kommt dann auch schon wer von deinen Mitspielern und Hilft dir,.. usw.
Wenn man sich mal damit auseinander gesetzt, dann kann man die ganzen Punkte auch hier finden.
Meiner Meinung nach kann ich da ja auch sehr viel in der Gruppe machen, was ich z.b: beim Fussball nicht machen würde bzw. mich trauen(?) würde.
Mal so schnell der Teamchef wird usw.

Es ist schwer miteinander zu vergleichen ich würde es eher als Zweit Parallelwelten sehen, die eben sehr ähnlich sind.
Bei einer Welt ist das besser und bei der andern das schlechter,?

@Duke:
Da reden wir ja eher über die Gesellschaft bzw. die Kindheit.
Ich denk mir, das ich so ca. mit 12 mich mit den PC beschäftigt habe,.. (mein guter alter PI 133 Mhz)
Handy hatte ich erst mit 16 oder so,?

Oft denke  ich mir als totaler Sklave der Modernen Medien, die Kinder heutzutage habens gut, die wachsen vom Kindergarten mit PCs Handy etc. auf.
Die werden sich das ganze nicht selber erlernen müssen sonder kriegen das so nebenbei mit und werden wenn Sie älter sind einen viel besseren Start mit den PC etc. haben.

Nur wenn ich dann so was wie du Duke höre bzw. auch beobachte, das die Kinder keinen Sport mehr machen oder wenig. Immer mehr Gewalttaten in den Schulen,.. keinen Respekt mehr vor den Lehrern und den Eltern usw.
Dann denk ich mir, bin ich froh das ich von früh bis spät draußen war und mit meinen Freunden im Wald gespielt habe,?
Lianen geraut habe Zwinkernd

Na gut ich hatte auch einen Gameboy und einen SNES, aber damit habe ich höchstens 10-15% meiner Freizeit verbracht,?

In diesen Sinne,?
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« Antworten #25 am: 11. März 2005, 20:18:46 »

Soweit ich weiss, hat z.B. GTA keinerlei Online- oder Netzwerkfunktion, kann damit nicht für den Teamgeist förderlich sein, der sich nicht auf virtuelle Freunde beschränkt.

Ich habe vielmehr darauf Bezug genommen, dass in einer Leistungswelt der Selbstverantwortlichkeit der sogenannte "Andere" zu oft einfach nur mit der Assoziation => Konkurrent in Verbindung gebracht wird. Es gibt sogar schon Untersuchungenn von Soziologen, die besagen, dass Sport kaum Wirkung auf den Charakter eines Menschen hat und nicht die Möglichkeit zur positiven Eingliederung in die Gesellschaft bietet. Außerdem ist es

Meine Auffassung war, dass einem Kind die Möglichkeit geboten wird, dass es auch Spielen "darf". Darin entwickelt sich meiner Ansicht nach der Charakter viel stärker in die von dem Kind selbst gewünschte Richtung und der erwachsene Mensch ist dadurch belastbarer. Zusätzlich dazu ist es mir auch aus einem Interview mit Angestellten einer Jugendberatungsstelle bekannt, dass die Kinder vor allem was den Konsum von Alkohol oder sonstigen Drogen immer jünger zu werden scheinen. Es ist nicht die "alte-Großvater-Mentalität", die uns unsere Kritik üben lässt.
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« Antworten #26 am: 12. März 2005, 14:06:32 »

GTA hat sehr wohl eine Lan-Option! Fraglich ist nur, ob dieses Spiel den Teamgeist fördern kann, da man nur gegeneinander spielen kann, und keine Missionen erfüllt werden müssen...

...sonst geb ich dir recht...
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« Antworten #27 am: 15. März 2005, 14:06:01 »

Zum Sport:
Man muss hierbei vom Profi-Sport unterscheiden. Ich denke schon dass der Sport, wenn er richtig betreiben wird, eine positive Auswirkung auf den Charakter hat und wenn es sich dabei nur um die Auswirkung eines gesunden Körpers auf die Seele handelt. Darüber hinaus lässt sich Sport spielersich erfahren. Solange dies ausserhalb des Konkurenzkampfes des Berufsportes geschieht und die 'spielerische' Konkurenz nicht zu sehr ausartet.

Wahrscheinlich ist ein Problem, warum Kids lieber zum Joypad greifen als zum Fussball, genau dieses, meines Erachtens, falsche Bild des Profisports, dass bereits Kindern suggeriert wird: Gewinnen ist alles.
Da unter solchem Druck lieber die Spiele spielt, in denen man gut ist, ist es auch verständlich, dass Kinder denen es ohnehin an körperlicher Fitness mangelt, lieber per Mausklicks feindliche Flugzeuge zerstören, als mit Freunden um die Wette zu rennen.

Ich finde Laufen noch immer toll.
« Letzte Änderung: 15. März 2005, 14:06:40 von Duke o´Cord » Gespeichert

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« Antworten #28 am: 15. März 2005, 14:24:25 »

Nun mir ist da ein gegenteiliges Beispiel bekannt. Ein kleiner Junge, der durch den Wohnort und Beruf der Elter an die Innenstadt gebunden war - hatte daher wenig Freunde und keinen Spielplatz - erfuhr, wie schön es ist im Gras zu spielen/laufen.... Er wurde vom Stubenhocker zum Frischlauftenthusiast. Nebenbei verlor er auch ein paar Kilo...
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« Antworten #29 am: 25. März 2005, 15:39:22 »

@Duke:
Den Leistungsdruck, der Beste zu sein gibts doch schon immer. Das ist keine Erfindung der Neuzeit, das sind wir Menschen selbst.
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